Der Welttag – Hintergrund & Förderung

Erfahren Sie mehr über das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), den Hintergrund des Welttags für Patientensicherheit sowie die Projektförderung durch das Bundesministerium für Gesundheit.

Was ist der Welttag der Patientensicherheit?

Der Welttag der Patientensicherheit ist einer der globalen Gesundheitstage der WHO. Er wurde 2019 von der 72. Weltgesundheitsversammlung auf eine Initiative des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) auf den 17. September festgesetzt und wird seitdem jährlich begangen.

Der Welttag der Patientensicherheit ist der Eckpfeiler des Handelns zur Förderung der globalen Gesundheit und Sicherheit. Er ist fest im grundlegenden Prinzip der Medizin verankert – „zuerst keinen Schaden zufügen“. Seine Ziele sind es, das öffentliche Bewusstsein und Engagement zu erhöhen, das globale Verständnis zu verbessern und auf eine globale Solidarität und Aktion der Mitgliedstaaten zur Förderung der Patientensicherheit hinzuwirken.

Welttag der Patientensicherheit 2026 mit dem Motto „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ – Aktionsbündnis Patientensicherheit ruft zur Beteiligung beim Aktionstag auf

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) gibt als Thema des diesjährigen Welttags der Patientensicherheit am 17. September die sichere Versorgung von Menschen mit chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen bekannt. Das deutsche Motto lautet „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“. Es greift das Schwerpunktthema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „Safe care for noncommunicable diseases“ sowie den Leitspruch „Safe care for life!“ auf. Das APS ruft bundesweit Mitarbeitende und Institutionen im Gesundheitswesen auf, sich mit eigenen Aktionen rund um den 17. September zu beteiligen und Patientensicherheit sichtbar zu machen. Seit dem Jahr 2019 wird der ursprünglich vom APS initiierte Aktionstag jährlich von der WHO ausgerufen.

Chronische, nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen oder psychische Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für Krankheit, Einschränkungen der Lebensqualität und vorzeitige Sterblichkeit. Die Versorgung dieser Patientinnen und Patienten erstreckt sich häufig über viele Jahre hinweg und umfasst Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Pflege und Nachsorge. Dabei sind zahlreiche Berufsgruppen und unterschiedliche Versorgungsbereiche beteiligt. Gerade an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sowie zwischen medizinischer, pflegerischer und rehabilitativer Betreuung entstehen besondere Herausforderungen für die Patientensicherheit.

Die sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen spielt aus unterschiedlichen Gründen eine entscheidende Rolle für die Patientensicherheit:

  1. Kontinuierliche Versorgung: Eine gut koordinierte Betreuung über alle Versorgungsbereiche hinweg, hilft, Informationsverluste zu vermeiden und eine sichere Behandlung während des gesamten Krankheitsverlaufs zu gewährleisten.
  2. Sichere Behandlung und Medikation: Viele chronisch erkrankte Menschen erhalten komplexe Therapien und nehmen mehrere Arzneimittel gleichzeitig ein. Ein strukturiertes Medikationsmanagement sowie eine regelmäßige Überprüfung der Behandlung tragen dazu bei, vermeidbare Risiken zu reduzieren.
  3. Prävention und frühzeitiges Erkennen von Risiken: Patientensicherheit beginnt bereits mit Prävention, Gesundheitsförderung und dem frühzeitigen Erkennen von Risiken, Erkrankungen und Komplikationen. Dadurch können gesundheitliche Folgen vermindert und die Lebensqualität verbessert werden.
  4. Patientenbeteiligung: Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen sind wichtige Partner einer sicheren Versorgung. Verständliche Informationen, gemeinsame Entscheidungen und eine offene Kommunikation stärken die Sicherheit und den Behandlungserfolg.
  5. Zusammenarbeit und Sicherheitskultur: Eine sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen gelingt nur durch eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit, eine verlässliche Kommunikation und eine Sicherheitskultur, die das Lernen aus Risiken und Fehlern fördert.

Insgesamt trägt eine sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen wesentlich dazu bei, vermeidbare Schäden zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Aktionen finden über das Fokusthema hinaus zu allen Aspekten der Patientensicherheit beim diesjährigen Aktionstag Raum.

Symbol des Welttages der Patientensicherheit: Die Sicherheitsnadel und die Farbe Orange

Die APS-Sicherheitsnadel und die Signalfarbe Orange der Patientensicherheit, stehen für das Engagement, Patientensicherheit in Fachwelt und Öffentlichkeit sichtbar zu machen, und rufen zugleich dazu auf, sich aktiv für eine Stärkung der Patientensicherheit einzusetzen.

Jedes Jahr ruft das APS dazu auf, durch Aktionen und Info-Veranstaltungen rund um den Welttag der Patientensicherheit, diesem wichtigen Thema zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Machen Sie mit!

Was ist Patientensicherheit?

Das übergeordnete Ziel der Patientensicherheit ist es, die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern und sicherzustellen, dass Patientinnen und Patienten keinen vermeidbaren Schaden durch medizinische Behandlungen erleiden. Hier sind einige wesentliche Elemente der Patientensicherheit:

Fehlervermeidung:
Identifikation und Beseitigung von potenziellen Fehlerquellen in der medizinischen Versorgung, um zum Beispiel eine Fehldiagnose oder Behandlungsfehler, wie Eingriffs-, Patientenverwechslung oder Fehlmedikation, zu vermeiden.

Sicherheitskultur:
Förderung einer offenen und transparenten Kultur innerhalb von Gesundheitseinrichtungen, in der Fehler und Beinahe-Unfälle gemeldet und als Lernmöglichkeiten genutzt werden.

Risikomanagement:
Durchführung systematischer Analysen von Behandlungsprozessen und -ergebnissen, um Risiken zu identifizieren und Maßnahmen zur Risikominimierung zu entwickeln.

Patientenbeteiligung:
Einbeziehung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen in Entscheidungsprozesse, um ihre Perspektiven und Erfahrungen zu berücksichtigen und die Sicherheit der Versorgung zu erhöhen.

Fortbildung und Schulung:
Kontinuierliche Weiterbildung und Schulung von Gesundheitspersonal, um deren Bewusstsein für Patientensicherheit zu stärken und ihre Fähigkeiten im Umgang mit Sicherheitsrisiken zu verbessern.

Standardisierung von Verfahren:
Implementierung und Einhaltung von Leitlinien, Protokollen und Standards, die bewährte Praktiken zur Patientensicherheit fördern.

Technologieeinsatz:
Nutzung technologischer Lösungen, wie elektronische Gesundheitsakten und computergestützte Entscheidungsunterstützungssysteme, zur Verringerung von Fehlern und Verbesserung der Patientensicherheit.

Was ist das Aktionsbündnis für Patientensicherheit e.V. (APS)?

Das APS spielt als neutrale und gemeinnützige Organisation eine wichtige Rolle dabei, die Patientensicherheit in Deutschland zu verbessern, indem es Wissen verbreitet, den Dialog fördert und konkrete Maßnahmen zur Fehlervermeidung und Risikominimierung anbietet und unterstützt.

Die Hauptaktivitäten des APS umfassen:

Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit:
Das APS bringt verschiedene Interessengruppen der Gesundheitsbranche zusammen, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Strategien zur Verbesserung der Patientensicherheit zu entwickeln.

Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und Patienteninformationen:
Das APS entwickelt und veröffentlicht Empfehlungen, die Gesundheitseinrichtungen bei der Implementierung sicherheitsrelevanter Maßnahmen unterstützen und die Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten stärken sollen.

Aufklärung und Sensibilisierung:
Das APS betreibt Aufklärungsarbeit, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Patientensicherheit zu schärfen. Dies geschieht durch Medienpräsenz, Publikationen, Veranstaltungen und Kampagnen.

Forschung und Projekte:
Das APS initiiert und beteiligt sich an Forschungsprojekten und Studien zur Patientensicherheit, um evidenzbasierte Lösungen und Innovationen zu fördern.

Politische Arbeit:
Das APS setzt sich für die Etablierung eines nationalen Never-Event-Registers ein und beteiligt sich mit Stellungnahmen und Anhörungsteilnahme an politischen Gesetzesänderungen.

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) finden Sie auf der Website:

Die Hauptaktivitäten des APS umfassen:

#DeutschlandErkenntSepsis
Die Kampagne des Aktionsbündnis Patientensicherheit und seiner Partner befasst sich mit der Prävention, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Sepsis. Die schnelle und sichere Diagnose einer Sepsis rettet Leben!
deutschland-erkennt-sepsis.de

Stimmen für Patientensicherheit
Patientinnen und Patienten berichten in Videobotschaften über ihre Erfahrungen bezüglich der Patientensicherheit. Die Botschaften sollen Mut machen Vorkommnisse anzusprechen, sich aktiv am Behandlungsprozess zu beteiligen und auf allen Ebenen des Gesundheitssystems für eine starke Sicherheitskultur einzustehen.
stimmen-fuer-patientensicherheit.de

APS-Handlungsempfehlungen und Patienteninformationen
Die Handlungsempfehlungen und Patienteninformationen aus den Arbeitsgruppen des APS stehen gesundheitlichen Einrichtungen und Interessierten kostenfrei zur Verfügung.
aps-ev.de/Handlungsempfehlungen
aps-ev.de/Patienteninformationen

Mitgliedschaft und Spenden

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) finanziert sich in seiner Kernarbeit aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Derzeit unterstützen ca. 800 Mitglieder das APS. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen! Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie auf:
https://www.aps-ev.de/mitmachen/mitglied-werden

 

Gerne können Sie das APS mit einer Spende unterstützen:

 

Spendenkonto
Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.
IBAN DE93 3006 0601 0005 5751 11
BIC DAAEDEDDXXX
APO Bank

Projektförderung

Das Bundeministerium für Gesundheit fördert das APS für das Ausrichten und Koordinieren des Welttags der Patientensicherheit in Deutschland.

Förderkennzeichen: Folgt in Kürze
Fördersumme: Folgt in Kürze
Förderzeitraum: Folgt in Kürze

Geförderte Maßnahmen

  • 1 Personalstelle (45 %)
  • Website tag-der-patientensicherheit.de
  • Website patient-safety-day.org
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Pressearbeit inkl. Pressekonferenz
  • Kostenfreie Zurverfügungstellung von digitalen und Print-Materialien an beteiligte Organisationen und
    Privatpersonen (Flyer, Social Media-Kits, Handlungsempfehlungen, Patienteninformationen uvw.)
  • Organisation der zentralen Veranstaltung am 17.09.2024 in Berlin